Schanzenpolitik

Schulterblatt: Die Katze und der heiße Blechpilz.

Posted in Lokales by Schanzenpolitik on 9. Oktober 2010

Fast ein Drittel der Wähler in unserem Stadtteil – 32,8 Prozent – haben bei der letzten Bundestagswahl die Grünen gewählt. In keinem Stadtteil in Hamburg war der Stimmanteil der Grünen höher als hier in der Sternschanze. Völlig unabhängig davon, was man von dieser Partei hält, lässt dieses Ergebnis darauf schließen, dass in unserer Nachbarschaft ein ausgesprochen hoher Anteil von Menschen mit einem besonderen ökologischen Bewusstsein lebt. Deshalb wirkt es fast wie eine bewusste Provokation, wenn die Bar „Katze“ auf dem Schulterblatt seit neuestem zwei Heizpilze und vier Heizlampen – alle elektrisch – auf der Piazza aufbaut.

Heizpilze vor der Bar "Katze" auf dem Schulterblatt

 

Effizienter kann man Energie nicht verheizen.

Zwar stehen vor der „Katze“ keine gasbetriebenen Heizpilze, wie die, die in Eimsbüttel vor ein paar Jahren verboten wurden. Aber heizen mit Strom gilt als besonders ineffektiv, da schon auf dem Weg vom Kraftwerk zur Steckdose bis zu 2/3 der Energie auf der Strecke bleiben. Wenn man dann noch bedenkt, dass das verbleibende Drittel nur dazu genutzt wird, um das Universum zu heizen, dann kann man schon mal am Verstand der Bar-Betreiber zweifeln.

Als Anwohner stehe ich den Heizpilzen aber auch aus einem anderen Grund kritisch gegenüber: Seit vielen Jahren gibt es schon Proteste gegen die immer weiter zunehmende Außengastronomie im Viertel. Mit dem Rauchverbot – das ja eigentlich nur ein Draußen-Rauch-Zwang ist – ist die Außengastronomie auch im Winter attraktiv geworden. Bislang lagen vor den Cafés einfach Decken aus – eine überzeugend einfache und ökologische Lösung des Problems. Wenn das Beispiel der „Katze“ allerdings Schule macht – das heißt wenn sich das Heizen für das Universum rechnet – dann wird das Schulterblatt bald voller Heizpilze stehen. Davon kann man ziemlich sicher ausgehen. Und das heißt dann: Noch mehr Außengastronomie mit all ihren negativen Folgen.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Bier in der Katze wegen der höheren  Stromrechnung deutlich teurer ist, als in den Bars rundum. Dass die Anwohner und Gäste im Viertel nicht so doof sind, für die Verschwendsucht des Wirtes auch noch draufzuzahlen. Dass die fast 33 Prozent der Anwohner mit einem ausgeprägten Ökobewusstsein weiterhin lieber zur Decke greifen. Eben dass sich der Verstand durchsetzt.

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2 Antworten

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  2. STP1910 said, on 9. Oktober 2010 at 11:22

    Alle, die unter Heizpilze pilsen muss man mit Schneebällen bewerfen. Da können die sich nicht wehren!


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