Schanzenpolitik

Schanzenfest am 04.09.2010 – ein anderer Aufruf.

Posted in Lokales by Schanzenpolitik on 18. Juni 2010

Heute fand ich in meinem Briefkasten zum ersten Mal eine schriftliche Ankündigung des Schanzenfestes. Genauer gesagt handelt es sich um ein vierseitiges Traktat, dass zugleich Aufruf und Rechtfertigung zu sein scheint. Schon auf dem Titel heißt es:

„[Das Schanzenfest] stellt keine heile Welt und keine Utopie dar, sondern einen Spiegel gesellschaftlicher Realitäten.“

Auf den folgenden vier Seiten geht es um die Veränderungen im Viertel, die Historie des Schanzenfestes, die Solidarisierung mit den Recht-auf-Stadt-Initiativen und um die drohende Räumung der roten Flora.
Hier ist der Aufruf zum selber lesen:

Zynisch, ignorant, unveranwortlich

Der Höhepunkt in meinen Augen ist der Absender auf der Rückseite. Dort steht, in grau und schwer lesbar:

„Anwohnerinnen und Anwohner“

Mit keinem Wort wird auf den vier Seiten erwähnt, dass das Schanzenfest in den vergangenen Jahren immer mehr vereinnahmt wurde – von Nicht-Anwohnern, deren wesentlicher Beitrag zur Gestaltung des selbstorganisierten Straßenfestes darin besteht, hier im Stadtteil ihre Aggressionen abzubauen. Stattdessen wird auf „immer größere Polizeieinsätze gegen kleine Lagerfeuer“ hingewiesen. Das ist zynisch, wenn man bedenkt, dass es sich dabei auch um brennende Straßenblockaden aus Mülltonnen handelt.

Wenn man sich die eingeschlagenen Fensterscheiben kleiner Geschäfte im Stadtteil vor Augen führt, die zerstörten Autos und die verwüsteten Straßen nach den letzten Straßenfesten, dann ist „Anwohnerinnen und Anwohner“ noch zynischer.

Distanzierung?

Nur ganz leise klingt etwas an, was eine Distanzierung von diesem Geschehen und einen Aufruf zu einer anderen Art von Schanzenfest darstellen könnte:

<blockquote>
„[…] wir wollen in unserem Widerspruch keine berechenbare Funktion als Sturm im Wasserglas darstellen. Sich selbst und Protestformen immer wieder neu zu erfinden, ist unersetzlich, wenn das Leben weiterhin auf den Straßen stattfinden soll.“</blockquote>

Aber das reicht mir nicht. Das ist mir viel zu zaghaft. Und außerdem so verklausuliert, dass ich es dreimal lesen musste, um es einmal zu verstehen. Warum können diese …ja wer eigentlich… nicht einfach mal Klartext schreiben!

Not in my name!

Wenn hier schon einfach ungefragt in meinem Namen zum selbstorganisierten Schanzenfest aufgerufen wird, dann bringe ich mich jetzt gleich mal ein. Und formuliere einen eigenen Aufruf so wie ich ihn mir schon lange wünsche:

Liebe Anwohner und Gäste,

lasst uns am 4. September in die Schanze gehen. Lasst uns feiern. Lasst uns ein Schanzenfest gestalten. Als selbstorganisiertes, unkommerzielles Straßenfest von Menschen für Menschen. Meinetwegen auch als ausdrücklich politische Veranstaltung.
Vor allem aber lasst uns zeigen, dass öffentliche Meinungsäußerung auch kreativ und gewaltfrei möglich ist.

Denn Gewalt und Zerstörung sind in der Schanze genau so unerwünscht, wie überall sonst.

Mit freundlichen Grüßen,

Schanzenpolitik

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38 Antworten

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  1. […] Schanzenfest am 04.09.2010 – ein anderer Aufruf. « Schanzenpolitik […]

  2. erlebnisorion said, on 18. Juni 2010 at 21:05

    so war, so ist und so BLEIBT die schanze! wenn`s euch nicht gefällt, dann zieht wieder zurück in eure kleinstädte!

    • Para said, on 3. August 2010 at 15:19

      Wenn wir wegziehen …

      – geht der letzte bezahlbare Wohnraum verloren (20 Jahre Mietdauer macht 460 Euro warm für 70 qm) und wird aufgewertet.
      – Was war und ist können wir deshalb wesentlich besser beurteilen. Schon wenige Meter von Deiner Erlebnisorientierung entfernt gibt es die Schanze noch: kreativ, politisch und aktiv im Viertel.
      – gehen auch ehrenamtliches Engament in Street Work, Jugendhilfe und und und ..

      Also, leg dich gehackt…

  3. zurb said, on 19. Juni 2010 at 22:02

    Blablabla. Leere Phrasen, die auch bei Springer erscheinen könnten, Ressentiments und kleinbürgerliche Verblendung. Mehr gibt der Eintrag nicht her.

    Außer dass ich jetzt weiß, wann das Schanzenfest dieses Jahr stattfindet. Und das es bestimmt klasse wird.

  4. […] in hamburg, diesmal in ottensen. die erste war im karoviertel°°°°°°der blog „schanzenpolitik“ fühlt sich von einer einladung zum schanzenfest nicht angesprochen, weil sich darin nicht von […]

  5. Stormi said, on 22. Juni 2010 at 12:16

    wir sind dabei…….

  6. Parker said, on 29. Juni 2010 at 13:21

    Schanzenfest ist toll ! Tolle Musik, nette Menschen und leckeres Essen.
    Bis gegen ca. 20 Uhr. Dann gehe ich gemütlich nach Hause.
    Hab keinen Bock mich von kleinen und besoffenen 16 jährigen Kindern mit Steinen bewerfen zu lassen. Das hat mit Schanze nix zu tun. Das ist nur dumm und passt eher nach Mümmelmansberg.

  7. arne said, on 1. Juli 2010 at 08:41

    da hat mein vorredner schon recht. wobei wir es uns letztes mal in einer kneipe gemütlich gemacht und zugeschaut haben, wie die wasserwerfer die scheiben geputzt haben. leid tat mir lediglich die frau mit dem kinderwagen, die es nicht mehr rein geschafft hat.

  8. alex said, on 4. August 2010 at 23:01

    @zurb/erlebnisorion:

    Mensch super Einstellung von Euch. Die nehm ich gleich beim Wort. Gewalt und Zerstörung zeugt von großstädtischem Flair, alles andere ist Kleinstadt-Mief und SpringerPresse? Toll. Mein Vorschlag: Ich komm mal bei Euch vorbei, trete Euch die Türe ein, bespraye Eure Wände, zünde Euren Mülleimer an, vergewaltige Euren Hamster (denn freie Liebe regiert ja bekanntlich in der Kommune) und zum Abschluss leg ich Euch noch nen Molli unters Bett. Wie wäre das? Postet bitte öffentlich Eure Adresse, damit sich mir noch einige andere aus der Schanze anschließen können…

    Danke im Voraus und herzlichst gute Nacht!

    Ein Schanzenanwohner

    P.S.: Und danach aber bitte nicht gleich wieder die „Scheissbullen“ rufen…

    • the dude said, on 27. August 2010 at 11:00

      Wahre Worte!

    • Hamburger said, on 2. September 2010 at 06:11

      Das ist mal ne richtige aussage da würde ich gerne mitmachen 🙂

    • chrischek said, on 2. September 2010 at 22:58

      yeah!!!

  9. Altoni said, on 12. August 2010 at 16:13

    Ein bisschen weniger Polemik täte ganz gut. Vor allem wird völlig ausgeblendet, von wem die Gewalt bei den beiden letztjährigen Festen ausging: von den „Scheiß Bullen“ nämlich.

  10. Altoni said, on 12. August 2010 at 16:36

    Nachtrag:
    „Mit keinem Wort wird auf den vier Seiten erwähnt, dass das Schanzenfest in den vergangenen Jahren immer mehr vereinnahmt wurde – von Nicht-Anwohnern, deren wesentlicher Beitrag zur Gestaltung des selbstorganisierten Straßenfestes darin besteht, hier im Stadtteil ihre Aggressionen abzubauen.“

    Ähm, damit ist aber nicht die Bereitschaftspolizei gemeint, oder? Würde ich auch aufgrund selbst miterlebter Vorkommnisse bei den letzten Festen treffender finden.
    Und in der Tat war es so, das die Auseinandersetzungen erst begannen, als die Polizei mit Knüppelhorden und Wasserwerfern gegen ein kleines Lagerfeuer vor der Flora vorging. Das fiel in die Ära Schill und seitdem hatte sich das dann als Selbstläufer entwickelt. Nicht nur, aber eben auch deshalb, weil die zunehmende Kommerzialisierung der Schanze das entsprechende Publikum anzog. Und nun ist es eben so, das der Senat, der die Geister rief, sie nun nicht mehr los wird. Im Gegenteil: seit dem letzten Jahr wird noch Öl ins Feuer gegossen, in dem man versucht, das Schanzenfest zu verbieten. Gerade nachdem, was jetzt seit einigen Monaten wieder abläuft, braucht sich niemand über den Ablauf des nächsten Festes zu wundern, sollte im Bezirksamt, bzw. im Senat weiter so verfahren werden, wie man es derzeit vor hat, nämlich sogar das Fest, was bisher immer friedlich war, zu verbieten, bzw, gar nicht erst stattfinden zu lassen.

    • Schanzenpolitik said, on 12. August 2010 at 19:16

      Mir ging es in der Tat nicht um die Gewalt von Seiten der Polizei. Die ist ein ganz eigenes Kapitel – verachtenswert und auf jeden Fall zu bekämpfen. Ich verstehe allerdings nicht, wie man Polizeigewalt ausgerechnet mit Gewalt gegen die Polizei bekämpfen kann. Maßnahmen wie die vom CCC seit Jahren geforderte Kennzeichnung von Polizisten oder „Zurücküberwachung“ halte ich für deutlich zielführender.

      Mit dem Thema des Beitrags hat das allerdings nichts zu tun. Mir ging es darin um diejenigen Vandalen, die Termine wie das Schanzenfest oder den ersten Mai regelmäßig dazu nutzen, einfach mal Dampf abzulassen. Die, die blind zerstören und plündern – und dabei offen zugeben, dass ihr Handeln kein politischer Akt ist, sondern pure Abreaktion.

      Das kann in meinen Augen nicht im Sinne der Initiatoren sein. Wenn ein Straßenfest mit politischer Motivation regelmäßig vor allem deswegen Schlagzeilen macht, weil im Umfeld des Festes schwere Krawalle stattfinden, dann interessiert sich niemand mehr für das Fest und die Ideen, die jeder einzelne dazu beiträgt. Und dass ein friedliches und zugleich politisches Schanzenfest möglich ist, hat die Vergangenheit ja gezeigt – bis Schill.

      Meiner Meinung nach können Krawalle beim Schanzenfest vermieden werden. Aber dazu müssen alle – Veranstalter, Anwohner, Gäste und wenn es sein muss auch der Innensenator – deutlich machen, dass Krawalle unerwünscht sind. Dass es dumm ist, den Steinewerfern zuzujubeln. Dass es Protest gegen sinnlose Zerstörungswut gibt. Denn die Ideen und Utopien des Schanzenfestes können sich nicht gegen Bilder von plündernden Jugendlichen durchsetzen.

      Und deshalb stimme ich Ihnen im letzten Punkt vollkommen zu: Was das Gerede um ein Verbot des Schanzenfestes bringen soll, leuchtet mir nicht ein. Weniger Gewalt wird es so jedenfalls nicht geben. Aber weniger Vielfalt.

  11. Laura said, on 22. August 2010 at 18:02

    „als die Polizei mit Knüppelhorden und Wasserwerfern gegen ein kleines Lagerfeuer vor der Flora vorging.“

    Ihr überlegt euch aber schon mal, dass die dort gegenwärtigen Polizisten auch nichts dafür können, wofür ihr denen die Steine an den Kopf schmeißt? Diese handeln auch nur im Auftrag „von oben“. Sie können nicht selbst entscheiden, ob sie beim Schanzenfest dabei sein wollen oder nicht. Dies wird so festgelegt und fertig.

    Wenn ich in den Nachrichten sehe, dass Polizisten (Menschen! Wie du & ich!) mit Glasflaschen und Pflastersteine beworfen werden, 1 Polizeiauto mit lediglich einem Insassen, dem Fahrer, angezündet werden.. dann wird mir schlecht! Diese Polizisten haben auch Familie, ein Leben.. würdet ihr wollen, dass ein euch nahestehender Mensch mit Glasflaschen beworfen wird?

    Ihr dürft mir glauben, dass sich niemand der dort anwesenden Polizisten sich um die Aufgabe beim Schanzenfest reißt, brennende Mülltonnen zu löschen etc.
    Wie ihr sicher erahnen könnt: Mein Mann ist bei der Polizei. Und jedes Jahr sitze ich voller Angst vorm Fernseher bzw. PC, um mir minütlich die eingehenden Nachrichten durchzulesen.

    Schanzenfest= ja gerne, aber bitte OHNE Gewalt! Es kann doch nicht so schwer sein!

    • Alex said, on 28. August 2010 at 16:39

      Mit solchen Einsätzen muss man rechnen, wenn man sich bei dem Verein bewirbt 😉

      • Lord Helmchen said, on 1. September 2010 at 09:39

        Oh wow, dann muss man aber wohl auch damit rechnen von den Bullen mal richtig was ans Maul zu kriegen auch wenn der Nebenmann was geworfen hat oder einer was vor einer Stunde.

    • Jannick said, on 2. September 2010 at 18:51

      Einen Konflikt kann man leider nicht einseitig Beurteilen!
      Ja, auch Polizisten sind Menschen. trotzdem ist die Situation meißt komplett anders als so gerne dagestellt wird.
      Ich habe häufig genug von Polizisten so heftigst auf die fresse bekommen weil ich zur falschen Zeit am falschen Ort war. Bestes Beispiel 1.Mai diesen Jahres Endkundgebung vor der U Bahn Schanze wo die Polizei ohne Vorwarnung in das Publikum eines Konzertes stürmte und Beteiligte sowie unbeteiligte brutal mit Knüppeln und Wasserwerfern aus dem Viertel getrieben hat. Ich habe dort gesehen wie ein Gruppe Jugendliche geflüchtet sind und ein ziemlich Junges Mädchen stützen musste welches mehrer schläge auf den Kopf kassiert hat.
      Die Polizei hat as Gewaltmonopol! Die Polizei wird nicht überwacht und fehlverhalten nicht geahndet(Fakt!)!
      Wenn ich nun komplett in diese Ohnmachtsposition gedrängt werde komme ich in solchen Situationen auch als friedfertiger Mensch an den Punkt an dem ich einen Stein oder eine Flasche zurückwerfen will. Weil mir Unrecht getan wurde und ich mich nicht wehren kann…das ist emotional…das ist Menschlich.

      Andererseits kritisiere ich auch diejenigen aus dem autonomen Lager die solche Situationen provozieren. Den Polizisten ist ein Stein oder eine flasche scheißegal die haben krasse Panzerung und immer zig Rtw`s im Rücken. Jedoch erzeugen unnötige Aggresionen der einen dieselbigen auch auf der anderen.

      Lange Rede kurzer sinn: Jeder Polizist hat die wahl ob er mit seinem Knüppel einem Demostranten auf den Kopf haut oder ob er ihn nur wegschubst. Und da die Polizei in diesem Konflikt die Machtposition hat ist es an ihr sich moralisch und gesetzestreu und durchdacht zu verhalten. Wenn dies weiterhin nicht der Fall sein sollte werden viele ihr Gewaltmonopol nicht anerkennen und diese Auseinandersetzungen werden kein Ende finden.

      • Lord Helmchen said, on 4. September 2010 at 02:57

        Ähm ich weiß ja nicht was du unter krasser Panzerung verstehst, aber vielleicht informierst du dich mal wieviele Polizisten bei solchen gewalttätigen Auseinandersetzungen verletzt werden und da werden keine Abschürfungen am kleinen Finger gezählt. Ich habe selbst gesehen, wie ein Kollege zusammengebrochen ist, der beim Fussballspiel Pauli-Rostock eine Flasche in die Kniekehle bekommen hat und fast verblutet wäre. Und der jenige der da geworfen hat, hätte wahrscheinlich nicht mal gewusst, dass er ein Menschenleben auf dem Gewissen hat.

        Und mit dem Knüppel auf den Kopf ist noch niemals Ansage von irgendeinem Polizeiführer gewesen.

    • chrischek said, on 2. September 2010 at 22:52

      das „lagerfeuer“ war übrigens eine brennende barrikade aus müllcontainern in direkter nähe zu bewohnten häusern mit meist fast vollzählig versammelten familien incl. kleiner kinder darin. bin ich hier eigentlich in beirut oder was?

    • keine Gewalt said, on 8. September 2010 at 14:23

      zu Laura, am 22. August 2010 um 18:02 Uhr

      hey, keine Gewalt finde ich super.
      Doch leider ist deine ausführung sehr subjektive.
      Es ist nicht so das die Liebe Polizei zum schnazenfest kommt um gute laune zuvebreiten und das dann vermumte grundlos sachen auf sie werfen! Hast du dir schon einmal die Ausrüstung von deinen Mann angeguckt?? Ich verurteile gewalt doch ich sehe bei den meisten Polizei aktioen, die Polizei als täter. Zu 2 oder zu 3 verprügeln sie eine Person. Würde ich von der Polizei mehrmals so behandelt werden würde ich auch iergenwann wut und hass entwickeln.
      Bitte guck dir mal ein Polizei einsatz an. Mir kannst du nicht weiß machen, das der BFE es kein spass macht.(was ich sehr sehr schlimm finde)

      Über Bilder die in der Bild gezeigt werden eine meinung bilden finde ich sehr schwach, ich stelle mich nicht hinter gewalttätern, weder hinter Bürgern noch hinter der Polizei… (wobei der Job der Polizei prügeln ist, das ich veruhrteile)

      Jede akton erzeugt eine reaktion also ist das Mann kein opfer sonder ein täter!

  12. Tante Emma said, on 25. August 2010 at 13:17

    Sorry, Laura, aber was du schreibst ist, mal von deinen verständlichen Sorgen um deinen Mann abgesehen, sehr respektlos gegenüber Leuten, die Woche für Woche Opfer von Polizeigewalt werden. Du verharmlost Verhaltensweisen von Polizisten, indem du sagst, sie hätten ja Befehlen „von oben“ zu gehorchen. Da frage ich mich, wo dann die kritische Selbstreflexion bleibt. Einem Herrschaft ausübenden System zu dienen, das seine Bürger ungleich und ungerecht behandelt? Bei der Polizei zu arbeiten ist de facto mehr als „einen Job ausführen“, man dient immer einer gewissen Interessenpolitik…
    Mal ganz davon abgesehen widerspreche ich, und verurteile zutiefst, solche Aussagen wie die von Erlebnisorientiert…starte doch deine Revolution, sie ist ja so durchdacht…wenn ich sehe wie sinnlos mittlerweile beim Schanzenfest randaliert wird, wird mir schlecht. Die inhaltlichen, politischen Aspekte kommen kaum noch zu Trage. Und das Wissen, wann Gewalt sinnvoll einzusetzen ist und wozu sie dient, stellen riotgeile Kiddies beim Schanzenfest wohl kaum mehr. Leider ging mit der Entfremdung der eigentlichen politischen Ziele des Schanzenfestes die Tatsache einher, dass das Fest nicht mehr klassisch von einer aggressiven Polizei gestoppt wird, es wird mittlerweile bewusst so lange provoziert, bis die Bullen groß auffahren.

    • Lord Helmchen said, on 1. September 2010 at 09:46

      Polizeigewalt – blabla

      Woran das wohl liegt? Ah am Gewaltmonopol des Staates.

      Was darf der Bulle? Lies mal den 2. Teil Hamburger SOG

      Und wenn dir das nicht passt, kannste klagen, aber keine Steine schmeissen.

  13. Rüdiger said, on 30. August 2010 at 12:49

    Gewalt…welch Lösung…sehen und lesen wir jeden tag in den nachrichten…
    am liebsten wärs euch wohl wenn bald knarren und gewehre an jeden verkauft werden.

    ich habe das gefühl das es bald auch schwersverletzte und tote dort geben wird…

    die schanze ist schon lange nicht das was sie mal war….

    ja was war sie denn überhaupt mal…

    ist ..so finde ich manchmal….nur noch ein versuch die alte hafenstrasse am leben zu halten…..

    man kann auch im grossem strom…seinen eigenen weg schwimmen….

    auch ich wurde mit steinen beworfen..ich bin kein Poli. oder ein snob…

    wahrscheinlich in meinem „denken und meiner „meinung“ mehr punk als viele möchtegerns in der flora zusammen….

    das traurige daran ist-…das die, die sich ernsthaft und wirklich engagieren in der flora…..

    auch in diese schublade geworfen werden…

    ihr solltet euch mehr distanzieren…

    oder wird euch der mund verboten??..

    dort scheint es auch eine strenge hierachie zu geben….

    wer wohl die eigenen reihen kritisiert…gilt als „verräter der ideologie“??..

    und sowas im jahr 2010…..

    schöne zukunft in hamburg…

  14. Pagan said, on 1. September 2010 at 18:06

    @ Tante Emma!!
    Du sagst: sehr respektlos gegenüber Leuten, die Woche für Woche Opfer von Polizeigewalt werden
    du tust ja so als wenn jeder bulle n potentieller schläger wäre!! schon mal was davon gehört das die gewalt gegen polizisten in den letzten jahren nicht unerheblich angestiegen ist?? und versuch mir nicht weis zu machen das die selber schuld sind!!
    bullen klatschen is doch in manchen kreisen schon fast n neuer volkssport geworden!
    logisch das es auch unter denen schwarze schafe gibt- aber die gibt es auf beiden seiten!!

  15. chrischek said, on 2. September 2010 at 22:43

    es wird sein wie jedes jahr.
    pseudomarxisten mit zu viel tagesfreizeit schmeißen tante emma müller
    die kiosk-scheiben ein, die kann dann endgültig ihre mappe packen,
    weil keine versicherung mehr bock auf sie hat, und weil sie selber der bock
    verließ, immer ein ganzes jahr im voraus auf neue scheiben zu sparen.
    2 tage später ist ein starbucks eingezogen und die krawallheinis
    haben was zum zetern fürs nächste jahr.

    danach macht irgenwann die haspafiliale ecke schulterblatt dicht
    und die „kreativen“ und dealer müssen bis altona schwarz (sic!) fahren,
    um ihre stütze zu holen.
    was ist daran erstrebenswert?

    dumme krawall-extremisten raus aus meiner stadt! der sinnlosen gewalt und
    offenen anarchie endlich ein ende!

  16. UNHumans said, on 3. September 2010 at 10:49

    Das Schanzenfest hat noch nicht mal begonnen da ziehen schon die ersten ziviBullen vor meine Haustür klopfen an die Fenster stellen sich nicht vor, können sich sehr aber gut vorstellen bei mir zu wohnen bzw. „einzuziehen“… suchen Gespräche und „anderes“…
    Ein bisschen weiter von der Straße entfernt, warm und trocken, plant man einen viedeoüberwachten Käfig rund ums Schanzenviertel. Wohnungen sollen angemietet werden für weitere Überwachungsnester. Und ja es ist läuft alles darauf hinaus das es Krawalle geben wird und hoffentlich werden die „Scheissbullen“ nicht nur mit einem blauen Auge davonkommen. Diese heftigen vorauslaufenden Provokationen der Stadt gegen die Bewohner müssen auch als solche gesehen werden. wer dies verkennt konnte mit der Schanzenpolitik wohl nie was anfangen und wird es auch in zukunft nicht und ist hiermit herzlichst aufgefordert zu gehen den mietvertrag zu behalten damit die schanze wieder das Polit-Arbeiter und Künstlerviertel wird was es einst mal war bzw. wo es sich einst mal hinentwickelt hat.

    NO YUPPIES
    real people only!

  17. Arm said, on 3. September 2010 at 12:02

    @UNHumans

    Bei solchen Aussagen kann ich nur jedem Steinewerfer wünschen, dass so gegen sie vorgegangen wird, wie sie es verdient haben: mit aller Härte.
    Und die „Gaffer“, die nachher wieder am lautesten schreien, sie hätten nix getan aber trotzdem was abbekommen: Selber Schuld. Ihr wisst genau, was da später abläuft. Wer dann nicht abhaut, hat halt pech gehabt.

  18. Pagan said, on 3. September 2010 at 13:07

    @UNHumans
    man ey sach ma wie alt 12 bist du eigentlich?? ich bin kein freund von gewalt- aber bei dir könnt ich echt ne ausnahme machen- nein auf das niveau begebe ich mich dann doch nicht!!
    denke du bist einer von denen die da sein werden und steine schmeißen und die sache an sich kaputt machen….
    dem rest kann ich nur den tipp geben: schnapp euch eure camcorder, fotoknipser oder handys- filmt die krawallbrüder und stell es bei you tube ein- mögen sie so ihre gerechte strafe bekommen……..

  19. UNHumans said, on 3. September 2010 at 15:03

    vllt. sollte ich mich besser ausdrücken.. ^^

    „Und ja es ist läuft alles darauf hinaus das es Krawalle,seitens der Stadt/Exekutive, geben wird und hoffentlich werden die „Scheissbullen“ nicht nur mit einem blauen Auge davonkommen.“

    Natürlich wäre ich auch für ein angenehmes feiern ohne 2800 Bullen morgens zum Flohmarkt und abends die Konzerte genießen, dann enspannt ins Bettchen zu hüpfen um den Sonntag zu genießen.
    Aber ihr zwei süßen verplant das wir einen neuen Bürgermeister haben und der wird sich dem schanzenfest garantiert als der hardliner präsentieren der nunmal ist. Das ihr euch in einem spekulativem Feld bewegt ist mir klar, nur euch anscheinend nicht.
    für mich und für euch heißt es abwarten und tee trinken regt euch doch bitte nicht über ungeworfene Steine auf..

    aber so Stadtpolitikkonform wie ihr euch in diesen posts anhört bin ich bei weitem nicht. Ihr würdet auch dahin gehen wenn Kretschmer das Fest anmeldet. Das unterstell ich euch!

    Ob friedlich oder militant
    was hier zählt ist Widerstand

    • chrischek said, on 3. September 2010 at 23:20

      morgen kriegst du deinen widerstand. und dann hoffentlich ohne schnürsenkel ab ins hotel holstenglacis. – meinen widerstand gegen derartig kleptokratische, anarchistische strömungen werde ich jedenfalls _gewaltlos_ mit stift und wählzettel an der nächsten wahlurne leisten.

  20. Grisu said, on 3. September 2010 at 22:59

    Guten Tag,
    ich möchte hier auch einmal daruaf hinweisen das bei dem spektackel welches die lezten Jahre dem Schanzenfest folgte nicht nur Polizisten und „Krawallmacher“ sowie „gaffer“ zu treffen sind sondern auch meine Kollegen und Ich von der Feuerwehr, die dort anrücken müssen um Feuer zu löschen und zum teil schwer verlezte zu versorgen!!! Und glaub mir wir reißen uns nicht darum dort zu sein, wir alle haben besseres zu tun als uns dort von irgendwelchen Idioten beschimpfen, oder uns mit steinen beschmeissen zu lassen!!!! Wer jetzt sagt das dies kommt nicht vor, der kann sich gerne freiwillig melden, dann werde ich ihn höchstpersönlich das nächste Jahr mitnehmen!!! Wir sind dort um anderen Menschen zu helfen, und werden zu Zielscheiben!!! Im lezten Jahr hat einer meiner Kollegen einen Ziegelstein an den Kopf bekommen wärend er im HLF saß um zu einem Feuer zu fahren… Ich würde gerne mal wissen womit das gerechtfertigt ist !!! Ich perönlich bin an dieser stelle froh das die Polizei da ist um uns bei unserer arbeit (anderen Menschen zu helfen, egal ob randalierer, anwohner oder polizist) den rücken zu decken!
    mfg Grisu der Feuerwehrman

  21. egal said, on 4. September 2010 at 14:27

    Ich für meinen Teil werde wie zuvor diese Veranstaltung nicht besuchen, denn das wird ganz sicher wieder zu einem Schaulaufen all der angeblich linken Möchtegern-Ideologen. Es ist sehr traurig, wie wenig diese Leute erkennen, dass sich ihre eigenen Argumente gegen sie wenden. Ich hoffe, dass die Polizei verdienterweise zuhause bleibt und diejenigen, die da auf Ärger aus sind, einfach den Anwohnern überlässt. Ich denke, dass die meisten die da wohnen, nämlicn ebendies in aller Ruhe machen möchten und nicht von pseudo-humanistischen verblendeten politisierten gegen einen nicht zu identifizierenden Feind verteidigt zu werden.

    Liebe Linke (und ihr werdet es nicht glauben, aber ich bin selbst ein sehr grüner, liberaler Mensch): seht endlich ein dass die meisten Leute frei von Lagerdenken, Ideologien und Schlachtrufen in Ruhe leben wollen. Ihr seid alle Teil dieser Welt – genau wie die Polizisten (= Menschen/Bürger). Und gerade als angeblich tolerante Menschen: lernt, Entwicklungen die euren Vorstellungen entgegenlaufen auch zu akzeptieren bzw. mit den legitimen Mitteln dagegen anzugehen!
    Ihr habt eure (zu beachtende) Meinung zu den Dingen – aber genau so existieren zum gleichen Thema 100 andere, die nicht in die gleiche Richtung gehen! Lernt damit umzugehen! Auch euer Weltbild ist nur eines von vielen möglichen! Und offensichtlich leben wir in einer Welt, bzw. in einem Land, in dem Vieles gesagt und getan werden darf, was anderswo sehr repressiv behandelt wird. Lernt, dies zu schätzen!

    Und noch etwas: gerade für diese Ideale, also auch für EURE Freiheit, steht die Institution Polizei; steht der ganze Staat in dem wir leben. Ich werde mich hier nicht zu den abseits der Ideallinie verlaufenden Problemen äußern. Diese gibt es, verständlicherweise, und ich nehme sie als zu diskutieren und abzuschaffen hin. Gleichwohl: das ist auch nur ein Ideal, und wir müssen ALLE daran arbeiten, als Weltbürger mit moralischer Verantwortung uns selbst und anderen gegenüber. Ihr sprecht dabei weder meine Sprache noch die der anderen weitestgehend „normal“ hier lebenden Bürger!

    Was gibt euch das Recht, eure Ideale mit reiner Gewalt gegen Unbeteiligte einfordern und proklamieren zu wollen? Was zeichnet euch, die ihr euch mit euren Taten selbst ausserhalb unserer demokratischen Ordnung ausgrenzt, als besonders aus?

    Denkt mal darüber nach, am besten heute abend in Ruhe daheim!

    Einen schönen Tag noch!

  22. schanzenbewohner said, on 5. September 2010 at 01:29

    Das waren ja größtenteils sehr interessante beiträge von euch .
    Und daraufhin möchte ich doch auch gerne meine erfahrungen und meinungen bezüglich dieses Themas mit euch teilen!
    Ich als anwohner der Schanze bin versucht zu sagen, dann lasst das doch einfach mit dem Fest.
    ABER eins ist ganz klar das eigentliche Fest läuft immer friedlich. Es gibt musik, kultur, essen, und viele verschiedene menschen ja und es ist ehrlich toll. Ich sehe also nicht ein weshalb überhaupt immer wieder über den Sinn dieses Straßenfestes diskutiert wird!!!!!!!
    ICH meine ehrlich nur weil es die Schanze ist? Oder wurde je über den Sinn des Osterstraßenfestes diskutiert?

    Wie denn auch sei ab spätestens 22.00 meist weit vorab wird es in der tat aber eher ungemütlich und auch ich als anwohner muss zu sehen das ich mich in meiner wohnung verbarikadiere den andererseits ist es mir unmöglich wieder nach hause zu kommen!!!!!!
    Die Polizeieinsatztruppen in ihren panzerungen mit sonstigen kennzeichnungen auf den Rücken schutzhelm und knüppelschlägern sind immer spontan bereit beliebige gruppen einzukesseln durch die straßen zu treiben und nach lust und laune sich ihre „opfer `herauszu picken auf die sie dann einzuschlagen! ja Und das ist nicht nur mir PERSÖNLICH einige male passiert!!! (ich bin keinesfalls am steinewerfen interessiert wobei ich mich auch frage woher so viele steine eigentlich herkommen sollen naja…)
    Leider haben anzeigen gegen polizisten keine Aussicht auf erfolg (bereits getestet)
    1. sie sind nicht klar ihren einheiten zuzuordnen
    2. mir fehlt die übersicht über die ganzen Varianten die anzutreffen sind grüne, zwarze, grüne punkte (123) grüne karos(123) rote punkte(123) rote karos(123) ……..
    3. aus mangel an beweisen eingestelllt ( ich mein ich kann mich schlecht filmen während ich verdroschen werde)
    4. Aussagen von Polizeibeamten scheinen mehr gewicht zu haben , wobei einzeln anzuzeigen ist unmöglich (sie tragen ja bekanntlich keine namensschilder ;))

    Ich dagegen muss mich selbstverständlich ausweisen können um zu bezeugen das ich eben in gerade dieser Straße wohne was dann auch nachgeprüft wird …Resultat: die Straße ist nun mal gesichert … die lieben kollegen in grün (grau kariert wie auch immer^^) können mich leider nicht an meine Wohnungstür lassen die 5 meter entfernt liegtxD
    # ja hier lernst du aber auch darüber zu lachen#

    ah ja das einzige was ich vergessen hatte zu erwähnen:

    Liebe Linke…Und offensichtlich leben wir in einer Welt, bzw. in einem Land, in dem Vieles gesagt und getan werden darf, was anderswo sehr repressiv behandelt wird. Lernt, dies zu schätzen!…..
    Was gibt euch das Recht, eure Ideale mit reiner Gewalt gegen Unbeteiligte einfordern und proklamieren zu wollen? Was zeichnet euch, die ihr euch mit euren Taten selbst ausserhalb unserer demokratischen Ordnung ausgrenzt, als besonders aus? zitat ende!!!

    ALSO MIR BLEIBT FAST DAS ESSEN IM Hals stecken!!!
    Menschen können verschiedene politische einordnungen haben das scheinst du erkannt zu haben das ist gut! ABER wenn jemand sich dazu bekennt links zu sein dann ist er eben gerade nicht dafür konflikte? durch Gewalt zu lösen – ganz im gegenteil.
    DU scheinst hier ganz klar links und linksextreme über einen kamm zu scheren !
    das wort liberal hat für mich immer einen bitteren beigeschmack da ich viele dieser Sorte in eher rechten tendenzen erlebt habe , dennoch bin ich nicht so geschmacklos Liberale mit rechtsextremen zu vermischen/verwechseln!!!!!!

    egal dann wünsche ich Ihnen auch mal eine ruhige nacht
    in der sie hoffentlich sich auch einmal ein paar gedanken machen.

  23. egal said, on 5. September 2010 at 09:25

    @schanzenbewohner:

    danke für die anmerkung. es liegt mir fern, linke und linksextreme über einen kamm zu scheren. ich habe auch weder mit meinen o.g. worten gesagt noch soll es so verstanden werden dass ich links/linksextrem mit einsatz von gewalt gleichsetze. dass das nicht per sé so ist, das ist mir selbstverständlich klar.

    was den ausdruck liberal betrifft: ich bin – als soziologe – gewillt und wenn man so will – geschult – einen sehr nüchternen, objektiven blick für alles zu entwickeln. auch wenn dabei einschätzungen heraus kommen, die auf den ersten blick nicht passend erscheinen mögen. liberal heisst doch nichts anderes, als alle meinungen und strömungen zu einem thema in gänze zu berücksichtigen und in einen kontext zu bringen. liberal heisst für mich nicht, links- oder rechtsextreme zu akzeptieren oder gutzuheissen. soviel dazu 🙂

    es geht mir nur darum, dass – wie ich glaube – sich die ursprünglichen ideale und gedanken, die menschen dazu treiben, etwas gegen die (in ihren augen) anormalen zustände zu tun, und die taten, die diesem antrieb folgen, mehr und mehr voneinander entfernen. es geht doch vielen dort gar nicht mehr um die themen gentrifizierung etc.; es soll nur noch provokativ u.a. gegen den staatsapparat und seine repräsentanten vorgegangen werden.
    da sind viele dabei, die zu den eigentlichen themen gar keine dezidierte meinung mehr haben bzw. sich gar nicht zu genüge damit auseinanderzusetzen. aber das ist der mensch; man tendiert allzu leicht dazu, sich vorschnell auf eine meinung festzulegen. und ich kann den starrsinn mancher links- als auch aller rechtsextremen in diesem sinne nicht verstehen; da ist manches mal wenig einsicht zu bemerken. man rennt, don quijote gleich, immer wieder gegen den „feind“ an.
    und da kommt eben auch gewalt ins spiel. und eben diese ist NICHT demokratisch, sondern bewegt sich ausserhalb unsere demokratischen ordnung. wir alle die wir hier leben haben uns – rousseau lässt grüssen – dazu bereit erklärt, die „gewalt“ der exekutive zu übertragen, damit sie diese nach bester möglichkeit objektiv zu unser ALLER schutz einsetze. und das betrifft die idee dahinter, nicht unbedingt die einzelne isolierte situation, den einzelnen menschen.

    gewalt aller couleur ist intolerabel! natürlich mag man es als ungerecht empfinden, wie das in der praxis manches mal abläuft, da die kräfteverhältnisse nun mal nicht ausgeglichen sind. aber das ist ja der sinn der sache. sonst wäre die polizei keine staatsgewalt in dem sinne. und das klingt wirklich nur auf den ersten blick paradox.

    der staat/die polizei sind nun mal dazu da, unsere demokratie, unser allgemeines gut, unser verständnis eines reibungslosen zusammenlebens, unsere infrastruktur etc. zu schützen. egal vor wem und vor was. da sind dann in der tat erstmal alle gleich (verdächtig). dass das zu überspitzungen führt, kann ich verstehen, aber man muss es doch abzuschaffen versuchen. menschen machen fehler. polizisten sind menschen. usw. sehen wir es ihnen nach und denken darüber nach, ob es bessere lösungen gibt, als die jetzige form des menschlichen zusammenlebens.

    man wird sehr schnell feststellen, dass das was wir haben, das aktuelle topmodell ist. das ist nicht das erste modell, und wird sicher nicht das letzte sein. aber es kann und darf keinen anderen weg als den gewaltfreier diskussion und anwendung demokratischer mittel geben, um hier eine veränderung zu bewirken. und ja: demonstrationen, direkte demokratie-bewegungen, etc. sind und waren ein nützlicher, notwendiger teil davon. aber wie sagt man so schön: nur sprechenden menschen kann geholfen werden. steine sprechen leider eine sprache, auf deren aussage man keine vernünftige antwort erwarten darf.

    ich gebe übrigens jedem recht, der verlangt dass auswahlkriterien für polizeibedienstete strikter geprüft werden müssen (denn schläger und ideologisten haben da nichts zu suchen!). zudem muss man aber auch situativ vieles ändern, dass die herren und damen in grün nicht in lagen bringt, die sie möglicherweise überfordern und zu handlungen treiben, die man zu recht als willkürlich und unangemessen bezeichnen kann.
    das darf es in der tat nicht geben und da müssen wege her, das auch zukünftig sanktionieren zu können. es ist aber nun sicher für alle beteiligten immer eine situation mit hohem belastungsfaktor, auch das ist zu berücksichtigen.

    es ist eben nicht einfach, sich hier ein klares bild der dinge zu verschaffen. nicht umsonst streiten sich die geister darüber schon eine ganze weile, was denn nun das beste sei.

    ich halte es für das beste, wenn sich die initiatoren dieser veranstaltung ab sofort an die regeln halten,

  24. egal said, on 5. September 2010 at 09:45

    ….da fehlt ein teil, sorry 🙂

    …. und das gespräch suchen. wenn ihnen doch allen so sehr dran gelegen ist, die zustände zu ändern. ich bin mir sehr sicher, dass eine objektive diskussion hier möglich ist. wenn alle seiten ihre verbissenheit, verbohrten und von der vergangenheit geleiteten ansichten mal nivellieren und sich aufeinander einlassen. dann kann nur etwas gutes dabei herauskommen. es denken aber leider zu viele, dass die jeweils andere partei keine echte diskussion wünscht. das gilt es meines erachtens zu prüfen und zu widerlegen!

  25. Havanna Club 7 Jahre said, on 5. September 2010 at 23:22

    Die Kontroverse: ist Gewalt ein berechtigtes Mittel in einer Demokratie? Dazu müsste man sich auch fragen, wenn man sich das Wahlsystem und die Macht der Wirtschaft anschaut, ob wir überhaupt in einer Demokratie leben.

    Ich finde, dass das Grundgesetz eine sehr fortschrittliche Verfassung ist, die wir nicht als eine Selbstverständlichkeit ansehen sollten. Und auch soziale Errungenschaften sollten wir nicht als eine Selbstverständlichkeit sehen, denn diese müssen ständig neu verteidigt und erkämpt werden. Nicht zu vergessen ist auch,dass viele gute Dinge, die im GG stehen erkämpft werden mussten.

    Ich habe den Anschein, auch wenn ich in einer der fortschritllichsten Gesellschaft lebe, dass wir in unserem Miteinander einen Schritt zurück machen anstatt vorwärts. Es gibt in diesem Land gravierende Mißstände, die von den Medien auch benannt werden, aber niemand scheint sich darüber zu empören.

    Seien wir doch ehrlich. Die überwiegende Mehrheit der Leute interessiert sich doch nur für sein eigenes Leben und für den reibunglosen Ablauf der täglichen Routine. Wenn diese Leute dann in den Nachrichten vermummte Jungedliche sehen, die Feuer machen und Steine auf Polizisten werfen, liegt es nahe, dass dies als Vandalismus zu denunzieren und die -Täter-, als Chaoten beschimpfen.

    Ich sehe darin keinen Sinn das Gut anderer zu zerstören. Was kann der Wagen oder die Virine des Mittelständlers dafür? Mit großer Sicherheit nichts. Aber darum geht es nicht. Es geht darum Aufmerksamkeit zu schaffen und Fakt ist, dass die Krawalle heute in den Nachrichten zu sehen waren. Folglich: Ziel erreicht.

    Ich jedenfalls sehe keine Gefahr von den Autonomen ausgehen, sondern von der großen Mehrheit, die gesellschaftliche Mißstände verdrängt. Derjenigen Bürger, der aufsteht, duscht, fruhstückt, zur Arbei fährt, seine Latte trinkt, in Modezeitschriften blättert, ins Kino und shoppen geht, fussi im Verein spielt, aber sont nicht in der Lage ist über den Tellerrand zu schauen. Um so gleichgültiger die Haltung der Mehrheit wird, um so radikaler wird der Widerstand von Wenigen, die nicht alles hinnehmen wollen.

    Wieso empört sich niemand darüber, dass hier in den letzten 5 Jahren Polizisten bei Einsätzen Menschen erschossen haben und von der Justiz freigesprochen werden?

    Wieso empört sich niemand darüber, dass Ausländer und Deutsche aus der Unterschicht für das gleiche Delikt, vor Gericht härter bestraft werden als gutbetuchte MitbürgerInnen? Wo ist da der Aufschrei? Da sagt niemand was, denn was geht es denn modernen, liberalen, weltoffenen BürerIN an, was diesen Leuten passiert?

    Ja, wieso empört sich niemand darüber, dass dieses Land die höchste Form der Gewalt anwendet, nämlich Krieg und dieser Republik das Leben eines getöteten Afghanen bei dem Tanklaster-Bombardement bei Kunduz, lediglich 3800 Euro wert ist und der verantwortliche Oberst der Bundeswehr auch noch freigesprochen wurde?

    Fällt den auch niemand auf, dass unter den sogenannten Krawall-Touristen viele blutjunge Migranten sind? Glaubt ihr den wirklich, dass sie aus Langweile Steine werfen? Wir haben krasse gesellschafliche Probleme, die sozialen Sprengstoff in sich birgen. Dass man diese in Eimsbüttel, Blankenese, Rotherbaum, Volksdorf nicht so wahrnimmt wie in Mümmelmannsberg oder Wilhelmsburg ist nachzuvollziehen. Diese Gegenden sind ja gannnnz weit weg. Nur lästig, dass diese Leute in die Stadt, in die Schanze kommen und gar die Unverschämtheit besitzen Steine zu werfen. Was ich nicht verstehen kann, ist die oberflächliche Kritik des normalo Bürger an sozialen Widerstand, wenn er selber nicht die Sensibilität dafür hat.

    Wo bleibt denn die Solidarität der BürgerInnen mit den Leuten der Roten Flora? Wieso muss eine soziale Initiative der kommerzielen Logik weichen? Für mich ist die Rote Flora eine Insel im Ozean der Kommerzialisierung eines Viertels, das mal Künstler, Ausländern, Studenten und Aussteiger gehört hat. Wenn ein Anwohner, der sich dort erst vor 10 Jahren eingenistet hat und sich über den Widerstand dort aufregt, dem würd ich am liebsten entgegnen: Zieh doch wieder weg!
    Die Leute in der Flora glauben an eine andere Gesellschaftsform und sie verteidigen ihr kulturelles Zuhause und ihre Freiheit. Fakt ist: Nach Freihat fragt man nicht, man erkämpft sie.
    Niemand wirft Steine, nur so. Niemand greift Polizisten an,nur so. Auch Jugendliche , die im Vollsuff, ohne politische Motivation randalieren, sind doch auch ein Beweis des Werteverfalls und Dekadenz einer Gesellschaft, die individuelle, kommerzielle Werte als erstrebenswert vorlebt.

    Ein großer Mann hat gesagt, dass ein Mensch so viel Sensibilität entwickeln muss, dass er Empörung empfindet, wenn irgendwo auf der Welt ein Mensch umgebracht wird, und sich freut, wenn irgendwo auf der Welt die Flagge der Freiheit gehisst wird.

    In diesem Sinne ist mir die Motivation einiger, sogenannten Chaoten, die sich durch ihre Taten strafbar machen und die, in diesem Kampf, sich vor diesem Staat verantworten müssen, viel symphatischer, als die Meinung einer großen Mehrheit, die nicht mal für sich selber den Arsch hochkriegen würde.

    Gruss
    ein Nachbar


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